Büro(t)räume – I feel good

Büro(t)räume – I feel good

Sich als Mensch bewusst gedanklich darauf ein zu lassen, dass Menschen Kostenfaktoren sind, führte anfänglich bei einem einigermassen philantropisch eingestellten Exemplar wie mir zu einem gewissen Gehirn-Spagat. In der Wirtschaft ist es aber so. Unternehmen müssen überleben, auch für die Menschen, die in ihnen arbeiten. Und daher ist es nicht nur legitim sondern notwendig, den Kostenfaktor Mensch zu optimieren. Es rechnet sich für Unternehmen in jedem Fall, ressourcenfördernde Arbeitsplatzgestaltung bewusst einzusetzen. Die Kreativität der Mitarbeiter ist längst kein Spielzeug mehr – sondern ein Rohstoff der Zukunft.

Nicht nur das, nach den Gehältern gelten Immobilien in der Wirtschaft als zweitgrößter Kostenfaktor. Warum nicht aus diesem “Raum” das Beste heraus holen?

Mittlerweile stellen wir bei unseren Gesprächen zum Thema Verwaltungsbau fest, dass sich ein wichtiger Gedanke bei den Unternehmern einnistet: Raum ist ein starker strategischer Hebel, steht auf gleicher Stufe mit Innovation, Markenaufbau, Marktpräsenz oder Networking.

Der Weg zu motivierenden Arbeitswelten führt bei uns zunächst über eine gute Analyse der Bedürfnisse: Wer arbeitet mit wem zusammen? Gibt es Vieltelefonierer? Wo findet Innovation im Unternehmen statt? Wir erarbeiten diese Fragen und den darauf aufbauenden Entwurf gerne gemeinsam mit der Belegschaft. Wer gefragt wird, fühlt sich Wert geschätzt und ist mit den Ergebnissen zufriedener. Bei der Realisierung unserer Entwürfe stehen uns dann eine Vielzahl von Faktoren zur Verfügung, welche die Raumatmosphäre positiv prägen:

LICHT – gutes Licht fängt damit an, bei der Verteilung der Funktionen auf die Sonnenein- strahlung zu achten. In den Wintermonaten heben Vollspektrumleuchten die Stimmung und mit der LED Technologie kann nun auch auf biochronologische Abläufe im Körper positiv Einfluss genommen werden.

FARBE – hat enorme Wirkung auf die Raumstimmung: Grün wirkt beruhigend, Blau erhöht die Konzentrationsfähigkeit, Orange und Rot regen zum zwischenmenschlichen Austausch an.

INFORMELLE KOMMUNIKATION – das urzeitliche Bedürfnis nach sozialer Interaktion findet in den meisten Büros heute nur in Nischen statt: im Flur, am Kopierer und der Raucherecke. Da aber 80% aller Ideen im Austausch mit Kollegen generiert werden, haben Firmen, die ihren Mitarbeitern große Teeküchen, vielleicht sogar mit Blick ins Grüne bieten können, ei- nen klaren Innovationsvorteil.

GESTALTUNG – für Regenerationszonen in Büros gelten dieselben Regeln, wie bei der Ge- staltung von guten Cafés: Orte, an denen Menschen sich entspannen sind selten nüchtern und kühl, sondern haben Ecken und Kanten, sind warmherzig und nicht immer perfekt. Eine kommunikative Atmosphäre lebt von Bildern, ausgefallenen Leuchten und der Einbindung von Möbeln mit Charakter, die sogar gebraucht sein dürfen.

Peter Waser, CEO von Microsoft Schweiz, sagte anlässlich einer neuen Firmenzentrale einmal: „Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter ihr ganzes Potential ausschöpfen können – und dazu müssen sie zuerst einmal gerne hierher kommen.“

Gebrauchte Möbel? Sicher, wo es passt. Wohlfühlfaktoren? Ja, unbedingt! In der fünften Ausgabe des Magazin “360 Grad” stolperte ich über die Aussage “Raum prägt Verhalten. Verhalten führt zu Kultur.” Ich möchte noch ergänzen: “Und Kulturwandel lohnt sich.”

23.06.2014 in

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